Bande

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Ban|de ['bandə], die; -, -n:
1. organisierte Gruppe von Menschen, die gemeinsam Straftaten begehen:
eine bewaffnete Bande; eine Bande von Dieben.
Zus.: Diebesbande, Gangsterbande, Mörderbande, Räuberbande, Schlägerbande, Schmugglerbande, Verbrecherbande.
2. (emotional) gemeinsam etwas unternehmende, ausgelassene o. ä. Kinder, Jugendliche:
eine muntere, fröhliche Bande.
Syn.: Haufen (ugs.), Horde (emotional abwertend), Meute (ugs. abwertend), Schar.

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Bạn|de1 〈f. 19
1. Vereinigung von Verbrechern unter einem Anführer (Diebes\Bande, Räuber\Bande, Verbrecher\Bande)
2. Schar, Pack
3. 〈scherzh.〉 Gesellschaft (vor allem von Kindern od. jungen Leuten)
● ihr seit ja eine verrückte \Bande!; eine \Bande von Herumtreibern [<frz. bande „Schar, Trupp“ <germ. *banda „Fähnlein“; → Banner2]
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Bạn|de2 〈f. 19
1. innere Umrandung des Billardtisches
2. Einfassung der Reitbahn u. der Zirkusmanege
3. seitl. Begrenzung einer Kegel- od. Eisbahn
● den Ball an, über die \Bande spielen [<frz. bande „Binde“ <got. binda „Binde“; → Bandage]

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1Bạn|de, die; -, -n [frz. bande = Truppe, Schar (von Soldaten) < provenz. banda, viell. < got. bandwa, bandwo = Zeichen u. dann eigtl. = Personen, die dem gleichen Zeichen (= Banner) folgen]:
1. organisierte Gruppe von Verbrechern:
er gehörte einer B. an;
der Kampf gegen kriminelle -n.
2. (abwertend, scherzh.) Gruppe gleich gesinnter Menschen (häufig Gruppe Jugendlicher), die gemeinsam etw. unternehmen:
die ausgelassene B. grölte;
eine B. von Teenies.
2Bạn|de, die; -, -n [frz. bande, aus dem Germ., verw. mit binden]:
1. (Sport) fester Rand, feste Einfassung einer Spielfläche (z. B. Billardtisch, Kegelbahn), eines Spielfeldes (z. B. beim Eishockey) od. einer Bahn (z. B. Reitbahn):
die Kugel prallte an der, von der B. ab;
den Puck an der B. einklemmen.
2. (Physik) Vielzahl eng benachbarter Spektrallinien.

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I
Bande
 
[französisch »Einfassung«], in einem Molekülspektrum auftretende Vielzahl eng benachbarter Spektrallinien mit charakteristischen Frequenzabständen (Bandenlinien), die nach einer Seite des Spektrums zur Bandenkante hin dicht zusammengedrängt sind (Bandenspektrum). Man kann bei jeder Bande drei ineinander geschobene serienartige Folgen von Spektrallinien (Bandenzweige) beobachten. Die Frequenzen dieser Bandenlinien lassen sich gut durch die Deslandressche Bandenformel wiedergeben.
II
Bande
 
[französisch »Truppe«, »Schar (von Soldaten)«],
 
 1) ursprüngliche Bezeichnung für marodierende Söldnerhaufen im Mittelalter, später (v. a. vom Anfang des 19. Jahrhunderts bis zum Zweiten Weltkrieg) häufig für Gruppen irregulärer Kämpfer (»Franktireurs«, »Freischärler«, »Guerilleros«, »Heckenschützen«, »Partisanen«).
 
 2) im soziologischen Sinn auch Rotte, Horde, Meute genannt (auch der englisch-amerikanische Ausdruck Gang wird im Deutschen gebraucht), eine Gruppe von Jugendlichen (auch älteren Kindern), die sich durch abweichendes Verhalten und zum Teil eine eigene Subkultur auszeichnet (z. B. jugendliche Diebesbanden, Rockerbanden, einzelne Fanclubs). Banden sind zumeist hierarchisch strukturiert und haben im Allgemeinen starke soziale Kontrolle über ihre Mitglieder; oft entscheiden sehr eigene, zum Teil kriminelle Initiationsriten über die Neuaufnahme. Der Typ der gewalttätigen Bande ist besonders in Stadtteilen der Großstädte verbreitet, die als soziale Brennpunkte gelten.
 
 
F. Thrasher: The gang (Chicago 1927);
 W. F. Whyte: Street corner society (ebd. 1943);
 A. K. Cohen: Kriminelle Jugend (a. d. Amerikan., 1961);
 T. Moser: Jugendkriminalität u. Gesellschaftsstruktur (1970);
 P. Willis: Profane culture. Rocker, Hippies (a. d. Engl., 1981);
 J. Krausslach u. a.: Aggressive Jugendliche (51985);
 
Krieg in den Städten. Jugendgangs in Dtl., Beitr. v. K. Farin u. E. Seidel-Pielen (1991).
 
 3) im strafrechtlichen Sinn der lose Zusammenschluss mehrerer (nach der Rechtsprechung ab zwei) Personen zur Begehung von Straftaten. Wer unbefugt einen bewaffneten Haufen bildet oder befehligt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren belegt (Bandenbildung, § 127 StGB). Die bandenmäßige Begehung von Straftaten wirkt strafschärfend. Mit erhöhter Strafe sind insbesondere bedroht: Bandendiebstahl (Diebstahl), Bandenraub (Raub), Bandenhehlerei (Hehlerei), Bandenschmuggel (Schmuggel) sowie die bandenmäßige Begehung von Erpressung (§ 253 StGB), Geldwäsche (§ 261 StGB), Glücksspiel (§ 284 StGB), bestimmter Delikte nach dem Betäubungsmittelgesetz (Drogenstrafrecht) und nach dem Waffengesetz Die Bildung krimineller Vereinigungen wird nach § 129 StGB, die Bildung terroristischen Vereinigungen nach § 129 a StGB geahndet.
III
Bạnde,
 
Ort in der nordwestspanischen Provinz Orense, nahe der Grenze zu Portugal, 850 m über M., 2 900 Einwohner. Im Ortsteil Baños de Bande die westgotische Kirche Santa Comba (7. Jahrhundert; kreuzförmige Anlage, zwei Kapitelle mit geometrischem Muster erhalten).
IV
Bande
 
(Gang): nach hierarchischem Muster organisierte Gruppe von Jugendlichen (zum Teil auch Kindern; »Kinderbanden«), die entweder einer kriminellen (meist auf Diebstähle spezialisierten) beziehungsweise sich aggressiv widersetzenden Subkultur entstammen oder spezifische Formen des Äußeren oder sozialer Interaktionen praktizieren, die über individuelle Verhaltensauffälligkeiten hinausgehen.

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1Bạn|de, die; -, -n [frz. bande = Truppe, Schar (von Soldaten) < provenz. banda, viell. < got. bandwa, bandwo Zeichen u. dann eigtl. = Personen, die dem gleichen Zeichen (= Banner) folgen]: 1. organisierte Gruppe von Verbrechern: eine B. von Autodieben; eine B. macht die Gegend unsicher; er gehörte einer B. an; Die Bekämpfung organisierter krimineller -n diente nur als Tarnaufgabe (Prodöhl, Tod 51). 2. (abwertend od. scherzh.) Gruppe gleich gesinnter Menschen (häufig Jugendliche), die gemeinsam etw. unternehmen: so eine B.; die Wut ... auf die Berufszyniker und die B. von Heuchlern und Schwindlern der Literaturszene (Gregor-Dellin, Traumbuch 109); die ausgelassene B. grölte; Onkel Carol, den eine B. so junger Kinder ... königlich amüsierte (Dönhoff, Ostpreußen 71).
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2Bạn|de, die; -, -n [frz. bande, aus dem Germ., verw. mit ↑binden]: 1. (Sport) fester Rand, feste Einfassung einer Spielfläche (z. B. Billardtisch, Kegelbahn), eines Spielfeldes (z. B. beim Eishockey) od. einer Bahn (z. B. Reitbahn): die Kugel prallte an der, von der B. ab; den Puck an der B. einklemmen; Werbung an den -n übernimmt der MERC (MM 20. 12. 85, 21). 2. (Physik) Vielzahl eng benachbarter Spektrallinien.

Universal-Lexikon. 2012.

Synonyme:

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  • Bande — Bande …   Deutsch Wörterbuch

  • bande — 1. (ban d ) s. f. 1°   Sorte de lien plat et large.    En chirurgie, longue lanière de toile ou de coton qui est employée dans divers pansements. Les chefs, le plein d une bande.    Bande se dit du fer battu en long qui sert à lier ou à renforcer …   Dictionnaire de la Langue Française d'Émile Littré

  • bande — Bande, f. penac. Aucuns escrivent Bende, mais est prononcé par a obscur, selon la regle de la voyele e, quand elle est en mesme syllabe avec la consone n, horsmis és tierces personnes plurieles des verbes, et signifie proprement une piece de… …   Thresor de la langue françoyse

  • Bande — Saltar a navegación, búsqueda Bande Bandera …   Wikipedia Español

  • bande — BANDE. s. f. Ligature de quelque chose que ce soit pour lier, serrer & tourner a l entour. Bande d escarlatte. bande de toile. la bande d une playe. bande de fer, bande de cuivre. Il sign. aussi, Un ornement aux habits, tant des hommes que des… …   Dictionnaire de l'Académie française

  • bandé — BANDÉ. s. f. Sorte de lien plat et large, pour envelopper ou serrer quelque chose. Bande d écarlate. Bande de toile. La bande d une plaie. Bande de fer. Bande de cuivre. La bande d une saignée. Sa bande s est défaite. f♛/b] Il se dit aussi d Un… …   Dictionnaire de l'Académie Française 1798

  • bande — BANDE. s. f. Troupe, compagnie. Bande joyeuse. Une bande d Archers. Une bande de voleurs. Une bande de gens de guerre. Les oiseaux vont par bandes, tous d une bande. Une bande de violons. f♛/b] On disoit autrefois, Les Bandes, pour dire, L… …   Dictionnaire de l'Académie Française 1798

  • Bande — (franz. bande „Truppe“, aus occitanisch banda für „die dem gleichen Banner folgenden“) bezeichnet: eine organisierte Gruppe von Kriminellen, siehe Bande (Gruppe) eine Clique eine revolutionäre Zelle eine Gruppe von Schauspielern (veraltet), siehe …   Deutsch Wikipedia

  • Bande ka — La bande Ka (Kurtz above) est une gamme de fréquences utilisée principalement pour l’internet par satellite. Pour les télécommunications spatiales commerciales, elle s’étend en émission de 27,5 à 31 GHz et en réception, de 18,3 à 18,8 GHz et de… …   Wikipédia en Français

  • bandé — bandé, ée (ban dé, dée) part. passé. 1°   Serré avec une bande. La plaie étant bandée. •   Je dois, les yeux bandés, peser d un poids égal Comme le prix du bien l importance du mal, ROTR. Bélis. III, 5.    Terme de blason. Couvert de bandes. Écu… …   Dictionnaire de la Langue Française d'Émile Littré

  • Bande — ¹Bande 1. Gang, Gangsterbande, Gaunerbande, Racket, Verbrecherbande; (österr. ugs.): Platte; (abwertend): Mob. 2. Clique, Gruppe, Runde, Schar; (ugs.): Haufen, Korona, Verein; (ugs. scherzh.): Rasselbande; (abwertend): Bagage, Rotte; (ugs.… …   Das Wörterbuch der Synonyme

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